„Den Wolken ein Stück näher“ – SG Saarmund erklimmt Baumkronen-Pfad

Zugegeben: Der Titel ist dem gleichnamigen Jugendbuch des DDR-Autors Günter Görlich entlehnt, aber er passt so schön!

Dies ist eine Lobeshymne auf unseren Sportfreund Horst Götsch, dem es wieder einmal gelungen ist, einen Volltreffer zu landen. Inzwischen dürften viele Saarmunder beim Lesen seines Namens sofort wissen, dass es nur um eines gehen kann: FAHRRADFAHREN!

So stand es auch für Sonntag, den 15.10 21017 im Volkssport-Kalender der SG Saarmund:  „Radtour zum Baumkronenpfad  Beelitz-Heilstätten“.

Hier ist auf dem Areal der ehemaligen Lungenheilstätten ein 320 Meter langer Baumkronen- und Zeitreisepfad entstanden,  von dessen Stahlkonstruktion  man über den Baumwipfeln gut zwanzig Meter über dem Waldboden den morbiden Charme einzigartiger Architektur-Ruinen der „Belle Époque“ aus ungewöhnlicher Perspektive betrachten kann. Viele werden schon davon gehört haben und auch schon einmal direkt daran vorbeigefahren sein, zumindest mit dem Auto. Aber wer war schon tatsächlich einmal dort oben?

 

Nun: 14 Sportfreunde der SG Saarmund können genau das seit jenem Sonntag für sich in Anspruch nehmen. Und ohne jede romantische Verklärung können sie guten Gewissens weiter behaupten, dass dies irgendwie ein Tag der Superlative war. Schon mit dem Wetter fing es an. Es gibt nur eine passende, alles umschreibende Bezeichnung: Kaiserwetter! Allein dies rechtfertigt schon die durch herbstliche Wälder führende  Radtour über insgesamt 50 Kilometer. Aber das war ja längst nicht alles.

Als nächstes Highlight des Tages entpuppte sich das ge- meinsame Mittagessen auf der Terrasse des Besucher- restaurants der Klinken Beelitz. Hier kann man unter uralten Sumpf- oder auch Spreeeichen, die  beständig und  raschelnd ihr buntes Herbstlaub hernieder rieseln lassen,  seine Energiereserven mit Speisen und Getränke seiner Wahl  zu sensationell günstigen  Preisen wieder auffrischen.  Wer es mag, kann zwischendurch oder im Anschluss noch die echt riesig anmutenden, fast flächendeckend herumliegenden Eicheln zu Deko- oder Bastelzwecken einsammeln, die aber zum Glück schon vor unserem Eintreffen herabgefallen waren.

Den nächsten Aha-Effekt gab es an der Kassenzone des Baum-und Zeit-Pfades. Ausgelöst wurde dieser weniger durch die Höhe des Eintrittspreises, als vielmehr durch den regelrechten Massenandrang. Mit anderen Worten: Wir waren nicht allein hier! Auch bestätigten sich unsere anfänglichen Befürchtungen, dass der luftige Höhen- Pfad wegen drohender Überschreitung seiner Tragfähigkeit kurzfristig gesperrt werden könnte, nicht. Natürlich benutzen wir als Sportler nicht den Aufzug, welcher bis zur oberen Aussichtsplattform des Eingangs-Treppenturms fährt. Wir nahmen unverzagt die 200 Stufen in Angriff und Lohn der kurzen Anstrengung war ein grandioser Ausblick über herbstbunte märkische Wälder bis nach Potsdam und Berlin. Der Baumkronenpfad selbst führte uns dann in Mäanderlinien und in direkter Augenhöhe von Eichhörnchen und Co. praktisch durch die Baumkronen hindurch. Überragt wird er nur von den üppig auf den Ruinen wachsenden, geschlossenen Baum- und Strauchbeständen, die den Eindruck erwecken, als  würden sie mit ihrem Wurzel- werk die Reste der von Menschenhand geschaffenen und auch wieder zerstörten alten Baukonstruktionen zusammenhalten. Ich denke: Hier heilt die Zeit keine Wunden,  hier werden sie nur mit fortschreitender Dauer verdeckt. Baum und Zeit –  das Motto des Parks!

Gegen 15.00 Uhr traten wir dann den Rückweg nach Saarmund an und ein Highlight stand uns ja noch bevor: Zum „Kaffeetrinken“ wollten wir noch ins Landhaus „Zu Stücken“ einkehren. Diese Superidee scheiterte allerdings an der grandiosen Geschäftstüchtigkeit der Wirtsleute, die nicht für Geld und gute Worte zu bewegen waren, uns angesichts des herrlichen Wetters und der Platzsituation im Gastraum ausnahmsweise auf der gartenseitigen Sonnenterrasse zu bedienen. Tja, dumm gelaufen: 100 EUR Umsatz entgangen. Spitzenmäßig!

Aber selbst das konnte uns zum Abschluss dieses schönen Tages die Stimmung nicht mehr vermiesen.

Einhellige Meinung aller Teilnehmer: Schwer zu toppen!

Aber, Horst: Du bekommst das hin, oder? Nochmals vielen Dank!

 

Hartmut Rabenalt

Saarmund

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